11.11.2020
Stellungnahme zu "BI Rettet unser schönes Sinzinger Donautal!"

In den letzten Tagen wurde in der Gemeinde Sinzing ein Flyer der Bürgerinitiative "Rettet unser schönes Sinzinger Donautal!" verteilt. Beigelegt ist der Aufruf den Antrag für die Durchführung eines Bürgerbegehrens ("Erhalt der schützenswerten Landschaft im Donautal. Gegen den Bau einer großflächigen Freiflächenphotovoltaikanlage") mit einer Unterschrift zu unterstützen.

Im Flyer wird vom Bürgermeister und den Gemeindevertretern gefordert, dass diese "die Regeln des Leitbildes respektieren und ihrer Aufgabe nachkommen" sollen. (Anmerkung: Das Leitbild der Gemeinde Sinzing wurde in der Gemeinderatssitzung vom 27. März 2013 verabschiedet.)

Die Gemeinderäte der Freien Wähler haben dem Projekt einstimmig zugestimmt, ohne es "einfach durchgewunken" (Flyer; Seite 4) zu haben. Folgende Gründe sprechen aus unserer Sicht für den Bau der Anlage:

  • Die Notwendigkeit der Energiewende ist uns allen bewusst; wir brauchen diese jetzt!
    Woher soll der Strom kommen, wenn wir Atomkraft, Kohleverbrennung und Importe aus verständlichen Gründen ablehnen? Deshalb muss die Energiewende "vor Ort" stattfinden und dazu sind Kompromisse notwendig. (Klimaschutzplan 2050)
  • Umgebung der Anlage (bzgl. Landschaftsbild):
    • Die Anlage entsteht entlang der Zugtrasse Ingolstadt – Regensburg. Dies entspricht sowohl den überregionalen Vorgaben als auch den Vorstellungen der Bürger (s. Leitbild S. 43). Diese Flächen sind im Gemeindegebiet rar und somit ist eine großflächige Ausdehnung nicht zu befürchten.
    • Veränderungen in diesem Bereich des Donautals sind seit Jahrhunderten zu beobachten. Den Anfang machte die Bahnstrecke, seitdem hat sich das Donautal stetig verändert.
  • Ein einheimischer Vorhabenträger will die Anlage bauen, kein großer Konzern - einer von uns
  • Dieser Garant legt ein umfassendes und glaubwürdiges Konzept zur Eingrünung der Anlage vor, bei der eine sehr großzügige Ausgleichsfläche geschaffen wird; Flora und Fauna profitieren davon.

Dass das Projekt "PV-Anlage Kreuzacker" so hohe Wellen schlägt, überrascht uns. Bei der PV-Anlage am Osterberg wars ruhiger. Ist dort die Landschaft nicht im gleichen Maße schützenswert?

Wo ist „Woandersland“? Der Ansatz "Ich bin ja für eine PV-Anlage, aber nicht hier!" – nach dem St.-Florians-Prinzip - ist nicht zielführend. Langwierig mit großem Aufwand den "optimalen" Standort zu suchen würde das Projekt aufs Abstellgleis schieben. Wie erfolgte die Standortsuche bei Golfplatz, Yachthafen, Jagdschulzentrum und anderen Projekten?

Für uns als Freie Wähler stellt sich nicht die Frage:
Golfer oder Solarpark: Was passt besser in die Donaulandschaft?
Diesen Beitrag des Magazins "quer" des Bayerischen Rundfunks vom 16.07.2020 haben wir bereits in einem früheren Artikel erwähnt. Wer weiterhin auf einem satten Grün Golfspielen will und auf der wasserführenden Donau Bootfahren will braucht die Energiewende vor Ort. Hier können wir uns nicht auf Europa oder die Welt verlassen.

Wir sind davon überzeugt, dass ein Gegeneinander nicht notwendig ist und sich die PV-Anlage Kreuzacker friedlich zu den bisherigen Projekten hinzugesellen wird. Sattes Green mit grünem Strom - in Zukunft auch die Tankstelle für E-Boote auf der Donau.